Das Empirekleid mit Schleppe

Das Empirekleid mit Schleppe ist kein mittelalterliches Gewand. Die Empiremode gehört ins 18. Jahrhundert. Allerdings gab es auch schon im 12. Jahrhundert Kleider mit erhöhter Taille. Weiterhin findest du im 15. Jahrhundert Kleider mit hoher Taille, die dem Unterkleid ähneln. Trotzdem finde ich diese Schnitte wunderschön. sie schmeicheln jeder Frau und sind sehr sinnlich. Du solltest weich fließende Stoffe verwenden. Möchtest du ein Empirekleid mit Schleppe selber nähen?

Forest Fairy im Empirekleid
Empirekleid mit Schleppe

Schnitt vom Empirekleid mit Schleppe

Für dieses Kleid habe ich das Schnittmuster 2493 von Burda verwendet. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel. Hier kannst du dir das Schnittmuster ansehen:

Die Nahtzugabe ist im Schnittmuster enthalten. Das Schnittmuster vom Empirekleid mit Schleppe umfasst die Größen 36-48 (US 10-22).

Das Kleid besteht aus zwei Teilen. Das Unterkleid ist im Carmenstil geschnitten und unter der Brust mit einem Gummizug versehen worden. Ab der hohen Taille fällt es locker Es ist einfach zu nähen und kann auch problemlos im Alltag getragen werden. Wenn du es aus einem glänzenden Taft arbeitest, kannst du es auch am Abend zu festlichen Anlässen tragen.

Das Oberkleid zum Empirekleid mit Schleppe besteht nur aus dem Miederoberteil und der langen Schleppe. Im Rücken wird das Kleid durch einen Reißverschluss geschlossen.

Hier kannst du das Schnittmuster bestellen*

Ausführung und Stil

Das Unterkleid ist einfach zu nähen. Am Ausschnitt und unter der Brust sowie an den Ärmeln wird ein Gummiband eingezogen. Der Schnitt hat eine bequeme Weite. Das Kleid ist je nachdem, welchen Stoff du verwendest auch im Alltag oder als Abendkleid tragbar. Willst du es als Unterkleid tragen, wähle einen weich fallenden und nicht so dicken Stoff. Durch die hohe Taille kannst du es aber nicht mit einem Gürtel tragen.

Das Oberkleid habe ich aus Samt genäht. Verwendest du einen schweren Baumwollsamt, kannst du auf das Futter in der Schleppe verzichten. Ich habe nur das Oberteil gefüttert. Die linke Seite des Stoffes sollte dann aber auch schön sein. Jedoch erhält das Oberkleid mit Futter in der Schleppe mehr Wertigkeit. Allerdings wird es auch deutlich schwerer und du benötigst mehr Stoff.

Verwende zum Nähen von Samt immer einen Stoffobertransportfuß*. Das erleichtert die Verarbeitung von Samt ungemein. Vor allem das Verrutschen des Stoffes wird deutlich gemindert. Ich bin von diesem Fuß ganz begeistert. Auch andere schwer zu nähende und rutschige Stoffe lassen sich damit problemlos nähen. Hilfreich ist dieser auch beim Verbinden verschiedener Stoffe, wie Futter und Oberstoff.

Empirekleid mit Schleppe nähen

Das Ober- und Unterkleid werden nicht verbunden und können von dir separat gearbeitet werden. Einfach zu nähen ist das Unterkleid. Als Tunnel für die Gummibänder habe ich Schrägband verwendet. Möchtest du es historisch korrekter, dann kannst du auch Bänder zum Schnüren einziehen. Du kannst die Position der Tunnel einfach auf der linken Seite auf den Stoff zeichnen und die Schrägbänder annähen. Wenn du Bänder zum Schnüren verwendest, benötigst du auf der rechten Seite Knopflöcher oder Ösen.

Das Oberkleid muss du mindestens im Oberteil füttern. Ich habe einen schweren Baumwollsamt und einen Kontraststoff verwendet und auf das Futter in der Schleppe verzichtet. Verwendest du ein kontrastfarbendes Futter, sieht das natürlich toll aus. Das Kleidungsstück wird dadurch aber auch noch schwerer.

Kanten rückwärtige Mitte versäubern:

Versäubere die Kanten an der rückwärtigen Mitte mit der Overlock oder einem anderen Kantenstich. Für normale Nähmaschinen gibt es dafür Überwendlingsfüße*, die durch den Finger verhindern, dass sich der Stoff zusammenzieht. Diesen kannst du auch wunderbar bei dünnen Stoffen anwenden, wo es Probleme mit der Overlock gibt.

Reißverschluss einnähen:

Im Rücken muss ein nahtverdeckter Reißverschluss eingenäht werden. Ich nähe diesen im Rückteil ein, bevor ich alle Teile zusammensetze. Aber beim Empirekleid solltest du zumindest die oberen Rücken- und Seitenteile mit den unteren Rückenteilen verbinden. Oder du nähst den Reißverschluss zuerst nur an die oberen Rückteile und nähst den Reißverschluss im Rock anschließend in der gleichen Weise ein.

Schließe die rückwärtige Naht, nach dem Versäubern, bis zum Ende des Reißverschlussschlitzes mit einem großen Heftstich als Hilfsnaht. Den übrigen Teil der Naht kannst du mit einem normaler Stichweite 2,5 zusammennähen. Bügele die Nahtzugaben, bei Samt vorsichtig, auseinander. Jetzt kannst du den Reißverschluss auf die Heftnaht auflegen, feststecken oder auch heften. Anschließend kannst du diesen problemlos festnähen. Die Hilfsheftnaht wird wieder aufgetrennt. Da das Futter auch noch festgenäht werden muss, kannst du den Reißverschluss auch mit einem Heftstich festnähen, den du nach dem Festnähen des Futters wieder auftrennst.

Futter einnähen:

Es ist nicht möglich das Kleidungsstück aus Futter und Oberstoff vollständig zu nähen und dann die Teile rechts auf rechts zusammenzusetzen und durch eine kleine Öffnung zu wenden. Das funktioniert durch die Schulternähte nicht! Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dieses „Problem“ zu lösen.

Kleid ohne Ärmel

Ich lasse beim Oberstoff und beim Futter die Schulternaht offen. Dann nähe ich das Futter rechts auf rechts auf den Oberstoff und lasse unten im Saum eine kleine Wendeöffnung. Beim Oberkleid vom Empirekleid lässt du die untere Kante offen. Anschließend schneide ich die Nahtzugabe mit der Zackenschere zurück. Du kannst auch kleine Einschnitte machen oder kleine Keile herausschneiden. Das ist notwendig, damit die Naht an Rundungen gut sitzt.

Wende das Kleidungsstück. Nun kannst du die Schulternähte Oberstoff und Futterstoff gemeinsam mit einer Naht zusammennähen und anschließend mit der Overlock versäubern. Die Fadenenden ziehe ich in die Naht und nähe die Nahtzugabe mit einem Geradstich fest. Es geht natürlich auch anders. So ist es aber am Einfachsten :-).

Kleid mit Ärmeln

Hast du ein Kleid mit Ärmeln, ist die einfachste Variante die Ärmel separat zu arbeiten. Du nähst also das Oberteil ohne Ärmel aus Futter und Oberstoff. Nähe beide Teile rechts auf rechts nur an der Ausschnittkante und gegebenenfalls an den vorderen oder hinteren Verschlusskanten zusammen. Die Ärmelkanten bleiben offen. Mit der unteren Kante verfährst du, je nachdem, ob du den Rock in einem Arbeitsschritt annähst oder die Nahtzugabe des Futters innen wendest und fest nähst. Wende das Kleidungsstück auf rechts.

Nähe nun den Ärmel aus Ober- und Futterstoff. Ziehe die Ärmel aus Futter und Oberstoff rechts auf rechts übereinander. Nähe die Teile am Ärmelsaum zusammen. Wende die Ärmel auf rechts. Nun kannst du die Ärmel einsetzten und Futter und Oberstoff in einem Arbeitsschritt zusammen nähen und mit der Overlook versäubern. Dann hast du jedoch eine Naht innen im Futter.

Möchtest du das nicht müssen die Ärmel im Ober- und Unterstoff mit eingenäht werden. Schließe wenn Futter und Oberstoff rechts auf rechts liegen, wieder die Ausschnittkante, die seitlichen Verschlusskanten und gegebenenfalls die untere Kante. Die Ärmelsäume dürfen nicht zusammengenäht werden. Das erfolgt, wenn das Kleidungsstück auf rechts gewendet worden ist zum Schluss.

Weiter mit dem Futter einnähen

Anschließend steppst du alle Außenkanten schmal ab und schließt damit auch die Wendeöffnung. Beim Empirekleid wird jetzt das Futter am Oberkleid befestigt. Ich bin kein Freund vom Heften mit der Hand. Beim Befestigen des Futters in der Taille mache ich es aber oft, da ich die Naht auf der rechten Seite nähe möchte. Es kann sonst passieren, das die Naht auf der rechten Seite krumm und schief ist. Achte darauf, dass du den Futterstoff nicht so knapp umlegst, damit er überall mit festgenäht wird.

Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden.

Empirekleid mit Schleppe in rot, Fotoshooting Südwestfriedhof

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Eine Antwort auf „Das Empirekleid mit Schleppe“

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