Adventsmarkt 1. Dezember 2019, Kleinmachnow

Trotz des schlechten Ergebnisses in 2018 – ein total verregneter Tag – habe ich mich entschieden es in 2019 noch einmal zu versuchen. Also bin ich beim Adventsmarkt am 1. Dezember 2019 auf dem Rathausmarkt in Kleinmachnow wieder dabei.

Als der 1. Advent immer näher kommt, bereue ich es schon fast. Dieses Jahr war voller Ereignisse und Termine. Eigentlich war ich durch und würde mich über ein freies Wochenende freuen.

Um Standgebühren zu sparen und meinen Stand besser planen zu können, nehme ich meinen eigenen Pavillion. Damit der Aufbau in Ruhe erfolgen kann, baue ich mit meinem Mann den Pavillion schon am Vortag auf.

Inzwischen habe ich schon einige Märkte gemacht. Trotzdem fällt es mir teilweise schwer die Ware zu arrangieren. Ich habe mir extra ein neues Konzept ausgedacht um meine wiederverwendbaren Geschenkesäckchen besser sichtbar zu machen. Aber zum Weihnachtsmarkt sind viele verschiedene kleine Dinge zu präsentieren. Also wieder mal Chaos beim Auspacken. Zum Glück stand der Pavillion schon.

Marktstand Adventsmarkt 1. Dezember 2019
Stand Adventsmarkt 1. Dezember 2019

In diesem Jahr ist das Wetter super. Es ist sogar richtig kalt. Wir haben das erste Mal eine Heizung dabei um zwischendurch mal ein wenig Wärme zu tanken. Es war schon angenehm.

Der Adventsmarkt 1. Dezember 2019 ist in diesem Jahr gut besucht und läuft auch ganz gut. Es ist kein Vergleich zum Vorjahr. Im Verhältnis zum Aufwand ist es trotzdem recht wenig. Allerdings sind es auch überwiegend keine Artikel, die verkauft werden. Meine Waren aus der Kräuterküche gehen jedoch nicht. Offensichtlich haben wir für bestimmte Dinge auch eine innere Uhr. So kauft man im Herbst , zur früheren Ernte- und Schlachtzeit, die Vorräte für den Winter :-). Aber Weihnachten wohl dann nicht mehr.

Geschenke aus der Kräuterküche, Adventsmarkt 1. Dezember 2019
Geschenke aus der Kräuterküche.
Topflappen, Socken, Puppenbettwäsche, Adventsmarkt 1. Dezember 2019
Vom Topflappen bis zur Socke.

Fazit: Wie schon so oft festgestellt, ist kein Markt wie der andere, ob am gleichen Ort oder am gleichen Termin oder woanders. Das Standkonzept für den Weihnachtsmarkt benötigt noch mehr Struktur. Vor allem sollte möglichst viel schon so verpackt sein, dass es nur aufgestellt werden muss.

Alle am Marktstand, Adventsmarkt 1. Dezember 2019
Es sind wieder alle dabei.

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16. Rabensteiner Herbst 2019 vom 21. bis 22. September 2019

In diesem Sommer hatte ich keine Möglichkeit an einem Markt teilzunehmen. Nun entfiel wegen Bauarbeiten auch noch mein Termin beim Fürstentag in Jüterbog. Also habe ich mich entschlossen, mir einen neuen Markt zu suchen. Es sollte ein Mittelaltermarkt sein. Also habe ich mich für den 16. Rabensteiner Herbst 2019 im September auf Burg Rabenstein beworben.

Ich war gespannt, ob ich eine Zusage erhalten würde. Damit kämen neue und höhere Anforderungen auf mich zu.Nach ein paar Telefonaten bekam ich eine Zusage. Ralf der Rabe wollte es mit mir versuchen.

Vorbereitungen für den 16. Rabensteiner Herbst 2019

Mein Stand musste ein historischeres Aussehen erhalten. Das Warensortiment musste auch angepasst werden. Für mich schon aufregend. Der Fürstentag in Jüterbog ist auch keine kleine Veranstaltung. Aber auf dem 16. Rabensteiner Herbst würde ich mich richtig ins Mittelalter begeben. Man weiß nie, wie die anderen Händler aufgestellt sind. Würde ich mit meiner Ware bestehen?

Für mich war es das erste Mal ein Markt über zwei Tage. Also Übernachtung buchen, Anreise und Aufbau planen und Ware herstellen. Dann kommen viele Fragen dazu. Wie läuft alles ab? Wann bauen die anderen auf? Bleibt die Ware im Stand während der Nacht? Schaffe ich es alles zu transportieren? Wie anstrengend sind mehrere Tage hintereinander.

Zuerst habe ich meinen Faltpavillion „aufgehübscht“. Das Aluminiumgestänge durfte nicht sichtbar sein. Der Pavillion ist noch recht neu und sieht noch sehr gut aus. Aber im Mittelalter ist das eher nicht so passend. Deshalb sind Bügel oder Aufhängungen aus Plastik ebenfalls fehl am Platz. Also habe ich mir eine Bordüre für den Pavillion genäht und bemalt. Alle vier Beine wurden mit Stoff verkleidet. Dann habe ich noch einen Himmel genäht und eine Kleiderstange aus Holz entworfen. Aufgebaut hatte ich es nicht. Ich habe einfach gehofft, dass alles passt. Mit Familie, normalem 30 Stunden-Job, Haus und Garten komme ich auch manchmal an Grenzen.

Anfahrt und Aufbau

Am 20. September 2019 herrschte totaler Stress bei mir. Noch nichts gepackt, nicht alles gebügelt und haufenweise Stau auf der Autobahn. Die Familie wollte nachkommen und ich wollte mit meiner Schwägerin Ina vorfahren. Sie unterstützt mich auf den Märkten. An diesem Tag war sie meine Rettung.

Endlich hatten wir alles gepackt. Das Auto war rappelvoll. Hinter den Sitzen habe ich eine Transportsicherung aber die langen Stangen sind ein Problem. So richtig verkehrssicher fühlt es sich nicht an.

selbstgemachter Sirup in Flaschen,
16. Rabensteiner Herbst 2019
Sirup

Wir brauchten viel länger als geplant. Es schien auf allen Straßen doppelt so viel Verkehr zu sein, wie sonst. Ich war froh, dass wir schon am Freitag zum Aufbauen gefahren sind. Der Stress am nächsten Tag wäre nicht auszudenken gewesen. Wir bekommen einen guten Stellplatz und beginnen mit dem Aufbau. In Ruhe können wir den Stand fertig machen.

Rosmarin, 16. Rabensteiner Herbst 2019
Rosmarin aus dem Garten

Auch die Ware habe ich schon am Vortag ausgepackt. Meinen Tee, meine Salze und die Pelze habe ich mit auf das Zimmer genommen, da die Nächte um diese Zeit schon feucht sind.

Kräuterprodukte, 16. Rabensteiner Herbst 2019
Produkte aus der Kräuterküche

Wir hatten ein Zimmer in der Burg gebucht. Das war Jugendherbergsfeeling pur. Aber auch cool. Einige Händler schliefen in ihren Ständen oder im Zelt. Platz hätte ich auch gehabt. Nur das hätte ich mir nicht zugetraut. In mein Auto hätte auch kein Equipment zur Übernachtung mehr gepasst. Gekostet hätte es allerdings deutlich weniger.

Die Location ist für ein Mittelalterfest sehr gut geeignet. Der Service in der Burg war nicht so berauschend. Schon um 20.00 Uhr schloß das Restaurant.

Der Markt

Marktstand Frau Kathrins Handwerk auf dem 16. Rabensteiner Herbst 2019
Marktstand 16. Rabensteiner Herbst 2019

Für mich war es eine neue Erfahrung am Morgen einfach zum Stand zu gehen und alles ist fertig. Cool! Es war kühl am Morgen. Jedoch war für beide Tage tolles Wetter angesagt. Sehr schön, denn das Wetter hat einen großen Einfluss auf den Erfolg des Marktes.

Ansicht Marktstand 16. Rabensteiner Herbst 2019
Frau Kathrins Handwerk

Es lief an beiden Tagen super. Der 16. Rabensteiner Herbst war gut besucht. Die Stimmung passte. Mein Sirup war nach einem Tag fast verkauft. Hätte ich mehr haben können. Kleidchen und auch die Outfits für Jungs gingen prima.

Sehr gut gefallen hat mir auch die nette Stimmung zwischen den Händlern. So ein Markt funktioniert auch immer als Erfahrungsaustausch.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meiner Familie und meinen Freunden bedanken, die mir, trotz oft langer Anfahrtswege, auf die Märkte folgen oder mich besuchen. So sind diese Termine, in einer Zeit, wo jeder von einem Termin zu nächsten hetzt, auch immer Familienevents und Freundetreffen.

Familie auf dem 16. Rabensteiner Herbst 2019
Familienevent 16. Rabensteiner Herbst 2019

Am Sonntag, am späten Nachmittag, war die Standgebühr zu entrichten. Ich konnte es kaum glauben, Ralf der Rabe lobte meinen Stand und fragte mich, ob ich 2020 nach Wittenberg zur Lutherhochzeit kommen will. Und ob ich will! Also sofern, Gott auch will, werde ich vom 12. bis 14. Juni 2020 in Wittenberg dabei sein.

Fazit: Mehrtägige Märkte haben durchaus Vorteile. Du musst nur einmal aufbauen und kannst am Abend einfach den Stand schließen und Schluss machen. Morgens ist es auch entspannter. Seitenwände öffnen und es kann losgehen. Ein Nachteil ist sicher, dass du am Sonntag recht spät zu Hause bist. Wenn am Montag der zweite Job weitergeht, heißt es manchmal durchhalten :-).

Willst du es selbst einmal versuchen?

Rabensteiner Herbst

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Frau Kathrin bei Kleinmachnow Springtime – Art & Craft Beer + Street Food, 30. März 2019

Am 22. März erhalte ich einen Anruf, ob ich die Mail für den Markt Kleinmachnow Springtime – Art & Craft Beer + Street Food am 30. März 2019 nicht erhalten habe und ob ich mitmachen möchte. Die Mail ist im Spam gelandet! Verflixt. Nun heißt es, sich kurzfristig entscheiden. Ich habe nichts vorbereitet aber das Thema ist cool. Ein Kunsthandwerkermarkt in Kleinmachnow mit regionalem Essen und Bier. Also mache ich spontan mit. Das Wetter soll phantastisch werden. Es ist ein Samstag und sonst liegt im Frühjahr bei mir nichts an, da wir viele andere Events haben.

Es geht früh los. Ich nehme meinen eigenen Stand mit. Dadurch muss ich schon um 7.30 Uhr da sein. Ein langer Markttag, bis 20.00 Uhr, liegt vor mir.

Der Aufbau läuft entspannt. Ich habe mehr Platz als geplant, da es ein Missverständnis gab. Dadurch habe meinen eigenen Stand und einen gemieteten Stand habe ich auch noch. Schon vor 10.00 Uhr sind viele Leute unterwegs. Gleich nach dem Start des Marktes habe ich den ersten Umsatz. So kann es weitergehen.

Marktstand von Frau Kathrin Kleinmachnow Springtime
Marktstand Kleinmachnow Springtime

Dann jedoch schleppt sich der Tag. Eigentlich stimmt alles. Schöne Kunsthandwerkerstände sind auf dem Markt, alles handgemachte Produkte. Natürlich ist dann auch die Konkurrenz höher. Auch das Essen hebt sich vom Standardprogramm ab. Das Wetter ist ebenfalls Klasse, Sonne und 18 Grad. Was läuft falsch? Die Leute zeigen kaum Interesse und gehen meistens mit Abstand an den Ständen vorbei.

Am Nachmittag schaue ich bei den anderen Ständen vorbei. Dort läuft es auch nicht besser. Also liegt es wohl nicht an meinem Angebot. In der Woche vor dem Markt habe ich noch schnell Osterkörbchen genäht. Werbung für den Markt gab es wahrscheinlich zu wenig. Plakate oder Flyer habe ich nicht gesehen. Wirklich schade.

Fazit: Das war ein Markttag, an dem auch ich in Frage stelle, was ich mache. Aber es war ein neuer Markt, noch unbekannt, dann noch wenig beworben. Ich war auch nur spontan dabei. Ich habe immer noch nicht an einer besseren Präsentation gearbeitet – keine Visitenkarten und kein Banner mit dem Hinweis auf eigene Handarbeit. Also nach vorn schauen, neue Märkte ausfindig machen und sich selbst treu bleiben. Vermutlich sollte ich wieder genau die Produkte herstellen, auf die ich Lust habe und nicht, was zur Saison passt. Außerdem ist zu viel Platz auch nicht immer von Vorteil. 🙂

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Meine Märkte 2018

Hier erzähle ich dir über meiner Märkte aus 2018 und wie meine ersten Versuche gelaufen sind.

Handwerkermarkt Bernau, 27. Mai 2018

Anfang 2018 habe ich gedacht, dass ich nach den ganzen Investitionen in Equipment und Ware meine Marktanzahl und hoffentlich meinen Umsatz steigern müsste. Also habe ich mich kurzentschlossen in Bernau beim Handwerkermarkt angemeldet. Die Standgebühr überschaubar (3,60 € pro Meter Stand), eigener Stand muss mitgebracht werden (habe ich ja) und professionelle Konkurrenz (Oje).

Meine Anreise erfolgt wieder am Vorabend. Ich darf wieder bei einer lieben Freundin übernachten. Sie wird mir den Tag über helfen. Wir sind um 8.00 Uhr vor Ort und bauen gemeinsam auf. Wir kommen gut klar. Man kann mit dem Auto direkt in den Stadtpark fahren und dort auspacken – sehr bequem. Das Angebot ist groß. Viel Handwerk – eigentlich klar – also die Konkurrenz groß aber nett.

Es ist heiß und es läuft schleppend. Die ersten Stunden keinen Umsatz. Es ist schwer bei Laune zu bleiben. Erschwerend kommt hinzu, dass ich eine Woche vorher einen Autounfall hatte. Auch, wenn man keine Schuld hat, wirken die Ereignisse länger nach, als angenommen. Ich bin ehrlich zu mir selbst, meine Stimmung ist mies und die Verkäufe halten sich in Grenzen. Weil der Markt kurz vor dem Hussitenfest ist, verkaufe ich vor allem für Kinder Mittelalterkleidung. Dann am Nachmittag ein Gewitter. Der Pavillon hält, die Ware bleibt trocken aber die Leute flüchten.

Stand auf dem Handwerkermarkt 2018, Märkte 2018
Handwerkermarkt Bernau

Der Tag hat sich, bei dem Aufwand, leider nicht gelohnt. Aber ich werde es wohl trotzdem noch einmal probieren.

Fazit: Die Stimmung und die Ausstrahlung des Verkäufers ist enorm wichtig.

Fürstentag Jüterbog, 8. September 2018

Wieder Fürstentag in Jüterbog, diesmal im normalen Umfang. Ich habe mein Angebot mehr auf Mittelalterkleidung ausgerichtet. Meine übliche Ware habe ich auch dabei. Das Wetter ist top. Leute sind auch viele unterwegs. An das Vorjahr kann ich aber nicht anknüpfen. Meinen Stand habe ich das erste Mal offen gestaltet. Das heißt, ich habe die Ware auf Tischen und Regalen so arrangiert, dass der Stand betreten werden kann. Vielleicht ein Fehler? Dadurch, dass ich viele verschiedene Produkte anbiete, benötige ich jedoch mittlerweile viel Platz. Die offene Variante finde ich eigentlich recht gut. Vor allem bei Kleidung benötigt man eine Möglichkeit zum Anprobieren.

Auch hier spüre ich wieder, wie stark die Stimmung des Händlers reflektiert wird. Ich arbeite immer bis zur letzten Minute an meinen Produkten. Oft nehme ich mir zu viel vor und schaffe nicht alles. Den Stress spüre ich oft noch am Markttag. Dadurch bin ich, vor allem am Anfang, nicht locker genug. Allerdings habe ich die Produkte, die ich am letzten Tag hergestellt habe, oft alle verkauft.

Wichtig sind mir auch die Erfahrungen. Da ich nicht viele Märkte im Jahr mache, dauert es bei mir wohl auch länger, bis ich ein erfahrener Markthändler bin. Mir ist auch der Gedanke gekommen, dass der Verkauf von größeren und teureren Produkten vielleicht mehr bringt, als viele kleine Artikel. Allerdings kommt es dann vor, dass die Kunden am Abend kein Bargeld mehr haben, um etwas im Wert von 60,00 € zu kaufen. Also sollte ich Kartenzahlung anbieten?

Fazit: Produktpalette überdenken und Kartenzahlung prüfen. Vorher weniger Stress machen.

Adventsmarkt Kleinmachnow, 2. Dezember 2018

Der Last-Minute-Weihnachtsmarkt ist für Weihnachtsgeschenke und Weihnachtsdekoration recht spät. Also hoffe ich, dass ich mit meinen Weihnachtsartikeln am 1. Advent bessere Chancen habe. Also ran an die Nähmaschine und wiederverwendbare Geschenkverpackungen und Weihnachtsstiefel genäht. Ich finde die Idee gut. In Zeiten, in denen wir immer mehr auf unsere Umwelt achten müssen, ein guter Gedanke, oder?

Der Stand ist wieder gemietet und der Platz ist gut. Die Wettervorhersage ist jedoch eine Katastrophe. Bestimmte Artikel nehme ich von vornherein nicht mit. Wir holen, als anfängt zu regnen, noch eine Seitenwand von meinem eigenen Stand um alles vor dem Regen zu schützen. Ich bewundere die Besucher des Adventsmarktes, viele kommen trotz des Regens. Ich verkaufe auch einiges aber am Ende machen wir früher Schluss. Zum Glück hatte ich noch nie einen Markt ohne Umsatz und habe auch immer mehr als die Standgebühr verdient. Aber manchmal ist es mühselig. Am Ende abbauen, verpacken, alles trocknen und wieder verpacken.

Von meinen Weihnachtsbeuteln habe ich keinen Einzigen verkauft. Das neu angeschaffte Kartenzahlungsgerät habe ich auch nicht gebraucht. Tja, war aber wohl auch keine repräsentativer Markt.

Aber nach dem verregneten Adventsmarkt habe ich wieder eine Anfrage vermittelt bekommen. So hat es sich doch gelohnt. Zwar kann ich diesen Termin nicht wahrnehmen aber gibt mir trotzdem ein gutes Feedback.

Fazit: Kein Markt ist total umsonst.

Last-Minute-Weihnachtsmarkt Kleinmachnow, 22. Dezember 2018

So richtig motiviert bin ich nicht. Das Wetter in diesem Jahr war unglaublich trocken. Aber auf zwei von drei Märkten hatte ich wolkenbruchartiger Regen. Nun ist wieder Regen angesagt. Der Markt ist allerdings vom Ambiente jedes mal schön. Also raffe ich mich auf und gehe es motiviert an. Diesmal helfen mir unsere große Tochter und mein Mann beim Aufbau. Inzwischen habe ich eigene Lampen :-). Wenn man klein ist, ist es gar nicht so einfach diese anzubringen. Mein Aufbau gleicht immer noch einem Chaos. Auch wenn es schon besser geworden ist. Ich nehme auch nicht mehr alles mit und lasse Waren, die nicht zur Saison passen, zu Hause. Das entlastet und spart Zeit. Denn selbst Ware, die in Plastikboxen unterm Stand steht, ist feucht und muss getrocknet werden.

Der Markt beginnt immer 15.00 Uhr. Diesmal soll es bis 21.00 Uhr gehen. Das ist lang. Irgendwann, im Laufe des Abends, wird erfahrungsgemäß nichts mehr gekauft. Dann gehen nur noch Glühwein und Bratwurst. Wir haben Glück, der Regen kommt erst gegen 19.00 Uhr. Bis dahin ist es voll und der Markt läuft. Wieder ein richtig guter Tag. Wir dürfen um 20. 00 Uhr abbauen und gehen froh in die Weihnachtstage.

Ich glaube, dass ich mehr darauf hinweisen sollte, dass ich meine Ware selber herstelle.

Fazit: Gib nicht auf, es gibt gute und schlechte Markttage und du weißt vorher nicht, welche Sorte du vor dir hast.

Willst du es selbst einmal versuchen?

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Rechtliche Voraussetzungen Marktstand*

Wenn du Waren auf einem Markt verkaufen möchtest, musst du einige Dinge beachten. Wichtig ist es, dass du dich vorher über die rechtlichen Voraussetzungen für deinen Marktstand umfassend informierst.

1. Reisegewerbekarte/Gewerbeanmeldung

Es gibt Veranstaltungen, für die du keine Gewerbeanmeldung benötigst. Das sind Messen, Ausstellungen, öffentliche Feste oder das Feilbieten von Waren aus besonderem Anlass mit Erlaubnis der zuständigen Behörde. Näheres ergibt sich aus der Gewerbeordnung. Auskunft kann auch die zuständige Stadt oder Gemeinde erteilen. Informationen findest du auch bei der IHK. Messen und Ausstellungen dienen vorrangig nicht dem Verkauf an Privatpersonen und sind damit eher nicht zum Verkaufen geeignet.

Es gibt noch weitere Ausnahmen. Prüfe immer, was für dich zutrifft.

Willst du nur in deinem Heimatort an einem bestimmten Markt und voraussichtlich nur einmal im Jahr teilnehmen, kann es sich lohnen, nachzufragen, ob ein Verkauf ohne Reisegewerbekarte möglich ist.

Auf der sicheren Seite und unabhängig bist du jedoch, wenn du offiziell eine Reisegewerbekarte beantragst. Dafür musst du zum Gewerbeamt an deinem Heimatort gehen und den entsprechenden Antrag abgeben. Die Reisegewerbekarte kann für einen bestimmten Zeitraum oder unbegrenzt ausgestellt werden. Die Kosten sind überschaubar. Die Erteilung meiner Reisegewerbekarte hat 40,00 € gekostet. Außerdem sind noch Gebühren für die Auskunft aus dem Gewerbezentralregister und ein Führungszeugnis von 26,00 € angefallen. Überlege Dir vorher genau, was du verkaufen möchtest. Lieber mehr aufnehmen und allgemeiner formulieren als später wieder ändern lassen. Möchtest du dein Sortiment später erweitern ist eine Änderung der Reisegewerbekarte erforderlich. Das kostet wieder Gebühren. Die Erweiterung meiner Reisegewerbekarte hat allein 30,50 € gekostet. Es ist möglich, dass die Gebühren von Ort zur Ort variieren.

Kontrolliert worden bin ich noch nie. Allerdings fühle ich mich wohler, wenn ich offiziell eine Erlaubnis für meine Tätigkeit habe.

Durch die Gewerbeanmeldung erfolgt automatisch eine Meldung an das Finanzamt. Vom Finanzamt bekommst du dann einen Fragebogen zur steuerlichen Anmeldung zugesandt. Hier wirst du vielleicht denken , nein, das ist mir zu kompliziert. Ist aber nicht wirklich schwierig. Den Bogen einfach ausfüllen und an das Finanzamt schicken. Das Finanzamt teilt dir eine Steuernummer zu und mit deiner privaten Steuererklärung musst du dann deine Einnahmen-Überschuss-Rechnung einreichen.

2. Umsatzsteuer/Kleinunternehmerregelung

Umsatzsteuer musst du nicht abführen, wenn dein Umsatz im Vorjahr nicht über 22.000,00 € lag . Im laufenden Jahr darf dein Umsatz voraussichtlich 50.000,00 € nicht überschreiten. Wenn du diese Grenzen nicht überschreitest, bist du Kleinunternehmer. Das ergibt sich aus § 19 Umsatzsteuergesetz.

3. Gewerbesteuer

Bei der Gewerbesteuer gibt es einen Freibetrag von 24.500 €, Solange dein Gewinn darunter liegt, musst du keine Gewerbesteuer zahlen. Nachlesen kannst du das in § 11 Gewerbesteuergesetz.

4. Buchführung und Einkommensteuer

Mein Tipp ist: Sei von Anfang an ordentlich. Wer mag sich schon mit dem ganzen Papier beschäftigen, wenn man lieber kreativ arbeiten möchte. Aber es rächt sich. Am Ende des Jahres einen Schuhkarton voller Belege zu sortieren, ist nicht sehr erfreulich. Ich lege alle Belege in einem Ordner ab. Kleine Quittungen aus Thermopapier kopiere ich und hefte das Original dazu. Diese Belege haben die Angewohnheit zu verblassen. Wichtig ist, dass du dir auch immer eine Quittung geben lässt. Nicht nur für die Buchhaltung benötigst du einen Beleg. Ich sehe oft noch einmal nach, wenn ich Preise kalkuliere.

Für die Steuererklärung mache ich eine Aufstellung mit meinen Einnahmen und meinen Ausgaben. Die Differenz daraus ist dann hoffentlich ein Gewinn :-). § 46 Einkommensteuergesetz regelt den sogenannten Härteausgleich. Das heißt, dass Nebeneinkünfte bis 410 € bei der Einkommensteuer steuerfrei bleiben und keine Einkommensteuererklärung eingereicht werden muss. Gemeint ist dabei der Gewinn. Allerdings darfst du sonst nur angestellt und nicht selbstständig sein.

Für die Einnahmen habe ich vom Finanzamt ein oranges Umsatzsteuerheft bekommen. In diesem muss ich meine Einnahmen aufschreiben. Erst fand ich das albern. Man kann ja auch den Wechselgeldbestand in der Geldbörse aufschreiben und vom Bestand am Ende des Marktes abziehen. Mir hilft das aber auch die Übersicht zu behalten und ich weiß später genau, was ich verkauft habe. Das Heft musste ich bisher mit meiner Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Aktuell müssen keine Belege mehr eingereicht werden. Trotzdem musst du alles aufbewahren.

5. Sonstiges

Natürlich gibt es noch viel andere Bestimmungen. Es gibt vor allem strenge Anforderungen bei Lebensmitteln. Edelsteine, Gold und Silber darfst du auch nicht einfach verkaufen. Gemeint ist damit nicht die kleine Silberkette. Willst du dich zum Bespiel mit dem Verkauf selbst gefertigter Seifen selbstständig machen, musst du dich vorher informieren, welche Anforderungen deine Produkte erfüllen müssen. In Deutschland gibt es für alles eine Regelung :-(.

Es lohnt sich, zumindest mal zu nachzulesen, ob es etwas zu beachten gibt.

*Rechtlich beraten kann ich dich nicht. Das sind meine Erfahrungen und meine Informationen auf Grund von Recherchen. Benötigst du eine ausführliche Beratung, wende dich bitte an das Gewerbeamt, das Finanzamt oder einen Steuerberater.

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Marktstand oder Laden? Wie verkaufe ich meine Ware?

Wenn du deine eigenen Produkte verkaufen willst gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • einen eigenen Laden aufmachen
  • die Ware zum Verkauf in Boutiquen anbieten
  • über einen eigenen Webshop vertreiben
  • über einen Online-Marktplatz verkaufen oder
  • auf einen Markt gehen

Sicher gibt es auch noch andere Möglichkeiten zum Vertrieb.

Eigener Laden

Einen eigenen Laden aufzumachen bedeutet in jedem Fall eine größere Investition. Wenn du nicht gerade das Glück hast, ein eigenes Haus zu besitzen und deshalb dort Räume nutzen kannst. Wobei immer auch die Lage des Hauses zu berücksichtigen ist. Ein Häuschen im Wald wird kaum Laufkundschaft haben. Günstig ist natürlich, wenn du sowieso schon einen Laden hast oder eine Freundin Ware von dir mit ins Sortiment nimmt.

Aber in den meisten Fällen wirst du einen Laden mieten müssen. Das bedeutet, dass du immer feste Kosten hast. Solche Mietverträge kann du oft nicht kurzfristig kündigen. Dann benötigst du eine Ladenausstattung und musst selbst vor Ort sein und kannst in dieser Zeit keine Ware herstellen. Daher kann es sein, dass du Handelsware zukaufen musst.

Es gibt auch viele Vorteile. Es ist warm und trocken. Also das Wetter kann dir egal sein. Die Ware muss nicht ständig aus- und eingepackt werden. Du hast ausreichend Platz um alles schön und in Ruhe zu dekorieren. Die Kunden können sich ungestört umsehen und du bist am nächsten Tag auch noch da, wenn jemand doch noch etwas kaufen möchte. Hast du dir einen Namen gemacht, entwickelt sich im besten Fall eine gute Stammkundschaft.

Für den Verkauf von handgefertigten Produkten in kleinen Mengen aber eher nicht die richtige Variante. Die Ware entwerfen, selber herstellen, verpacken, etikettieren und den ganzen Tag im Laden sein, dürfte am Ende schwierig sein.

Ware über Boutiquen verkaufen

Das ist eine gute Lösung. Hast du gute Kontakte oder wohnst du in einer Urlaubsregion? Dann kannst du auch in Boutiquen nachfragen, ob diese deine Produkte anbieten und verkaufen würden.

Wenn du regional typische Produkte herstellen kannst und diese gut verkäuflich sind, kannst du damit Erfolg haben. Du hast ein geringes Risiko und monatlich keine festen Kosten.

Vorteilhaft ist, wenn du einen Katalog mit deinen Produkten hast. Möglicherweise musst du jedoch sehr viele gleiche Teile und gleiche Teile in verschiedenen Größen herstellen. Davon bin ich selbst nicht der große Fan. Weiterhin muss alles von gleich guter Qualität sein.

Webshop oder Online-Marktplatz

Einen Webshop oder Online-Marktplatz halte ich persönlich schon für die professionelle Variante. Da die bestellte Ware dann auch jederzeit verfügbar und hohen Anforderungen genügen muss.

Vielleicht versuche ich es irgendwann einmal. Dann berichte ich dir davon.

Allerdings gibt es natürlich auch Portale, auf denen du zum Beispiel selbst Genähtes verkaufen kannst. Die Konkurrenz ist hier allerdings auch groß.

Auf einen Markt gehen

Warum solltest du auf Märkte gehen? Ich mag vor allem die Atmosphäre. Märkte haben ihr eigenes Feeling. Du kommst direkt in Kontakt mit deinen Kunden und erhälst ein Feedback für deine Ware. Oft wirst du auch zu neuen Produkten inspiriert. Schon manche Idee habe ich von einem Markt mitgenommen. Du lernst viele Leute kennen, kommst mit Kunden und anderen Händlern ins Gespräch.

Weiterhin ist es heute etwas Besonderes, denjenigen zu treffen, der das Produkt hergestellt hat. Für viele Kunden ist das ein positives Erlebnis. Es ist nicht nur „Handarbeit“. Es ist deine Handarbeit. Du verkaufst deine Kreativität und deine Liebe, die in dem Produkt steckt.

Angenehm ist auch die Gemeinschaft mit den anderen Händlern. Ich freue mich, wenn ich auf einem Markt einen bekannten Händler wiedertreffe. Du teilst mit den anderen Händlern gute und schlechte Tage und ihr könnt euch auch mal helfen.

Es gibt natürlich auch Nachteile. Das Wetter spielt immer eine Rolle. Es kann zu heiß sein, kalt oder es regnet die ganze Zeit. Immer muss alles ein- und ausgepackt werden. Es gibt deutlich weniger Platz zum präsentieren der Ware als in einem Laden. Lagern musst du die Ware in der Regel zu Hause. Außerdem benötigst du ein Auto, welches groß genug ist.

Aber du kannst mit einem kleinen Sortiment und wenig Aufwand probieren, wie sich das „Verkaufen“ anfühlt. Dann kannst du dir die Markttermine selbst aussuchen. Das hat den Vorteil, dass du einen weiteren Job, Familie und die Vorbereitungen für deine Märkte gut vereinbaren kannst.

Mir gefällt die Freiheit mein Sortiment frei bestimmen zu können. Da es keine Bestellungen gibt, bist du völlig frei darin was, welche Menge und welches Design du herstellst. Wird irgendwas nicht rechtzeitig fertig, ist es meist auch nicht so schlimm.

Eine Freundin hat mal zu mir gesagt, dass sie einen Markt vor allem auch als Werbung sieht. Auf dem Markt können sich die Kunden deine Produkte selbst ansehen und anfassen. Sie können dich, als Macher des Produkts, selbst erleben. Vielleicht ist eine Boutiquebesitzerin auf dem Markt und möchte Produkte von dir in ihr Sortiment aufnehmen. Oder Marktveranstalter gehen über den Markt und sprechen Händler mit ansprechendem Angebot an und bieten dir andere Märkte an.

Sofern du auf bestimmten Märkten immer wieder mitmachst, wirst du auch immer bekannter. Die Leute kennen dein Sortiment und kommen im besten Fall gezielt um bei dir einzukaufen.

Ein Markt ist die ursprüngliche Art zu Kaufen und Verkaufen. Probiere aus, was dir am meisten liegt.

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Kräutertee mit Schafgarbe

Kennst du Schafgarbe? Dann ist ein Kräutertee mit Schafgarbe eine leckere Idee.

Korb mit Schafgarbe in Mecklenburg,
Kräutertee mit Schafgarbe
Schafgarbe aus Mecklenburg

Kräutertee mit Schafgarbe gegen Bauchschmerzen

  • 1 Teelöffel Schafgarbe
  • 1 Teelöffel Kamille
  • 1 Teelöffel Minze
  • 1/2 Liter kochendes Wasser

Für den Kräutertee die Kräuter mit kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Der Tee ist auch für Kinder geeignet.

Schafgarbe ist ein Heilkraut mit vielfältiger Heilwirkung. Weil sie ähnlich ätherische Öle wie die Echte Kamille enthält, hilft Wunden zu heilen und Verdauungsbeschwerden zu lindern. Du kannst das ganze Kraut und die Blüten verwenden.

Ich sammle Schafgarbe im Hochsommer auf Wiesen und Weiden. Aber achte darauf, wenn du selbst Kräuter sammelst, dass du sicher bist, welche Pflanze du pflückst. Geeignet sind Wiesen, die nicht in der Nähe von stark befahrenen Straßen liegen.

Kamille und Minze baue ich im Garten selber an. Natürlich kannst du getrocknete Kräuter auch kaufen und dann selbst mischen.

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Wie finde ich den richtigen Markt?

Wie kann ich einen Handwerkermarkt als Händler finden? Das ist eine wichtige Frage. Auf dem richtigen Markt müssen Standgebühr und Umsatz zueinander passen. Wenn du noch keine oder nicht viel Erfahrung hast, sollte der finanzielle Einsatz überschaubar sein.

Am besten startest du mit einem kleinen Markt im Heimatort. Du kennst die Bedingungen und hast dort Bekannte, die vorbei kommen können. Das ist eine tolle Unterstützung. Die Anreise ist auch nicht weit. Ein weiterer Vorteil ist, dass du dir den Markt vorher als Besucher ansehen kannst.

In der Regel hat jeder Ort kleine Feste, die von einem Markt begleitet werden. Manchmal ist es zwar nicht so einfach den Veranstalter zu ermitteln. Aber du kannst andere Händler fragen oder dich bei der Stadt bzw. Gemeinde erkundigen. Oft gibt es auch Flyer oder Kontaktdaten im Internet.

Märkte, die sich neu etablieren, haben oft auch nur geringe Standmieten. Bekannte und große Kunsthandwerkermärkte lohnen sich am Anfang nicht. Die Standgebühr ist zu hoch.

Große und bekannte Märkte, die auch im Internet zu finden sind, veröffentlichen dort auch den Veranstalter. Dann kannst du dich direkt an den Veranstalter wenden. Habe keine Scheu, heute gibt es kein Überangebot an Marktständen. Du hast gute Chancen aufgenommen zu werden und die Standgebühren sind auch oft geringer als erwartet. Wage es einfach.

Ideen kommen oft auch von Freunden, anderen Müttern oder Bekannten. Erzähle Ihnen von deinem Plan. Sie kennen sicher auch Veranstaltungen die du noch nicht besucht hast.

Welche Fragen solltest du dir stellen:

Ich habe in der Regel zuerst die Märkte in der Gegend unter die Lupe genommen. Das bedeutet vor allem zeitaufwendige Recherchearbeit:

Welche Märkte gibt es?

Wann findet der Markt statt? Passt das zu meinem Zeitplan? Schaffe ich die Produktion in der Zeit bis zum Termin? Gibt es eine Anmeldefrist?

Wo findet der Markt statt? Wie transportiere ich meine Ware dort hin? Kann ich mit dem Auto bis zum Standplatz fahren?

Wird dir ein Stand gestellt oder muss du deinen eigenen Stand mitbringen? Zum Anfang ist es leichter einen fertigen Stand gestellt zu bekommen. Allerdings ist die Standgebühr geringer, wenn du deinen Stand mitbringen kannst.

Musst du dich bewerben? Also musst du dein Sortiment vorstellen und Bilder vorheriger Märkte einreichen? Das ist kein Problem. Du kannst zu Hause dein Sortiment aufbauen und fotografieren.

Wer betreibt den Markt? Bei wem kann ich einen Stand mieten?

Wie hoch ist die Standgebühr? Passt diese zu meinem erwarteten Umsatz. Lässt sich auch ein schlechter Tag verkraften? Kann die Standgebühr verhandelt werden?

Es soll Modelle geben, bei denen die Kunsthandwerker Geld bekommen, damit sie am Markt teilnehmen. Das ist mitunter nachvollziehbar, denn die Stände, die Essen und Getränke verkaufen oder andere Schausteller leben auch von dem Marktambiente. Mir ist leider so ein Markt noch nicht angeboten worden.

Eine weitere wichtige Frage ist, passt dein Angebot zum Markt? Verkaufst du bunte moderne Sachen, ist ein Mittelaltermarkt nicht das Richtige.

Tipp:

Es lohnt sich immer den potentiellen Markt vorher zu besuchen. Man kann ungefähr abschätzen, was für eine Händlerstruktur vor Ort ist. Gefällt Dir das Umfeld und möchtest du dort auch vertreten sein? Oder ist es ein Markt, auf dem nur Handelsware angeboten wird. Allerdings kann man auch dort positiv herausstechen.

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Erfahrungen mit meinen Märkten 2016 und 2017

Hier teile ich mit dir meine Erfahrungen mit meinen Märkten 2016 und 2017.

2015 auf einem Geburtstag entstand die Idee im September Jüterbog zum Fürstentag zu besuchen. Der Fürstentag ist ein mittelalterliches Stadtfest. Das Treiben um die Ablassbriefe von Johann Tetzel im Mittelalter gab den Anstoß zu Luthers Thesen gegen den Ablasshandel. Jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende wird daher der Fürstentag gefeiert.

Bevor es begann:

Das Besondere an diesem Stadtfest sind die offenen Höfe. Höfe, die sonst privat sind, werden zu diesem Anlass geöffnet. Es gibt Musik, Spiele und natürlich Speis und Trank. Also sind wir durch die Stadt und die Höfe gezogen. Wir waren begeistert. Freunde von mir, öffnen ebenfalls ihren Hof. So wurde spontan beschlossen, dass ich im kommenden Jahr etwas von meinen selbst genähten Schätzen zum Verkauf anbiete…

Im März 2016 habe ich dann eine Reisegewerbekarte beantragt. Vielleicht hätte ich es nie durchgezogen aber als mich das Finanzamt angeschrieben hat, habe ich gedacht: dann probiere ich es jetzt.

Fürstentag Jüterbog, 10. September 2016

Es ist mein erster Markt. Tage vorher beschleicht mich die Angst, dass ich nicht genug Ware habe. Ich habe mich auf Waren aus Leinen konzentriert, Klammerbeutel, Taschen, kleine Weihnachtsbäume, Lavendelherzen usw.

Irgendwie bin ich dann zu spät losgefahren. Die Familie kommt nach. Dann sind auch noch Baustellen auf der Landstraße. Die Zeit wird langsam knappt. Für den Aufbau bleiben nur 20 Minuten. Viel habe ich zwar nicht, aber es verursacht Stress, wenn schon die ersten Leute kommen und man ist nicht fertig. Als Stand habe ich nur eine Bierzeltgarnitur und ein Leinentuch. Es ist fantastisches Wetter. Eigentlich zu warm.

Der Beginn eines Marktstandes auf dem Fürstentag in Jüterbog 2016, Erfahrungen mit meinen Märkten 2016 und 2017
Fürstentag Jüterbog

Dann lief es nicht so schlecht für einen Anfänger. Einiges verkauft, Erfahrungen gesammelt und Spaß gehabt.

Fazit: Immer genug Zeit für die Anreise einplanen.

Last-Minute-Weihnachtsmarkt Kleinmachnow, 22.12.2016

Vor dem Markt herrscht wieder Stress. Es ist Adventszeit, Arbeiten, Familie und auch noch Nähen!!! Dann das erste Mal so richtig auf einer offiziellen „Bühne“ und in direkter Konkurrenz zu anderen Ständen. Ich teile mir den Stand mit einer Freundin, da Erfolg oder Misserfolg nicht abzuschätzen sind. Der Vorteil ist, dass man auch mal den Stand verlassen kann und Erfolg oder Frust teilt. Nachteilig ist jedoch, dass mitunter der Platz zu knapp ist. Diesmal bin ich zwei Stunden vorher da. Der Stand wird gestellt. Strom gibt es auch. Beleuchtung hat meine Freundin dabei. Daran hätte ich nicht gedacht! Wieder macht mir die Ausstattung des Standes Schwierigkeiten. Alles steht auf dem Tisch und auf den Tisch soll die Ware. Wohin mit allem? Der Boden unter dem Stand ist nass und schmutzig. Mühsam bekomme ich meine Ware arrangiert. Also vorher mehr Gedanken machen.

Leider steht der Markt unter keinem guten Stern. Es ist drei Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Der Weihnachtsmarkt ist gemütlich und es werden viele handgefertigte Produkte angeboten. Die Stimmung ist jedoch gedämpft. Es gibt eine Bühne mit Musik. Das gute Programm kann die Stimmung aber nicht retten. Es kommen leider zu wenig Leute und zu guter Letzt, gibt es noch Regen, na toll. 40,00 € Umsatz über der Standgebühr. Das ist wenig. Aber wenigstens die Standgebühr verdient.

Ich habe wieder Mittelalterkleidung getragen. Der Umhang ist jedoch hinderlich und beim Abbau echt im Weg. Es ist nass und schlammig.

Mein Angebot habe ich deutlich erweitert. Ich habe neben Schmuck auch Dekorationsartikel dabei. Ich hoffe ein breiteres Publikum zu erreichen.

Fazit: Gegen bestimmte Ereignisse ist man nicht gefeit und Kleidung wählen, in der man sich gut bewegen kann.

Fürstentag Jüterbog, 9. September 2017

500 Jahre Reformation – es wird ein besonderer Fürstentag. Die Höfe öffnen schon um 10.00 Uhr. Es werden viele Besucher erwartet. Ich habe mir einen Faltpavillon 3x3m zugelegt und will es professioneller angehen. Schon den ganzen Sommer lang habe ich an Ware gearbeitet. In diesem Jahr habe ich viel probiert, Kurse besucht und gelesen. Mein Angebot ist weiter gewachsen. Neben Mittelalterkleidung und Keramik sind Schmalz und ein Blütensalz dazugekommen. Wirkt der Stand jetzt unsortiert und überladen?

Diesmal fahre ich schon einen Tag früher nach Jüterbog und übernachte bei meiner Freundin. Dadurch bin ich am Samstag früh genug da und kann in Ruhe aufbauen. Meinen Stand habe ich vorher zu Hause im Garten probiert und Fotos gemacht. Das soll mir dieses Mal helfen.

Marktstand Fürstentag Jüterbog 2017, Erfahrungen mit meinen Märkten 2016 und 2017
Fürstentag 2017

Zu unserer großen Begeisterung beginnt es zu regnen. Was bin ich froh, dass ich mir den Faltpavillon angeschafft habe. Er ist regendicht. Bis zum Mittag kommen schon einige Leute. Nun heißt es, nicht den Mut verlieren und gut drauf bleiben. Ein mies gelaunter Händler macht keine guten Geschäfte. Am Nachmittag hört es auf zu regnen und das Geschäft läuft. Was für ein Tag! Es macht richtig Spaß.

Diesmal ist meine Schwägerin mit am Stand und hilft mir. Auch meine Familie ist da und Freunde kommen vorbei. So wird der Markttag für uns alle zu einem gemeinsamen Event.

Fazit: Kein Markt ist wie der andere. Selbst am gleichen Ort, läuft es immer unterschiedlich.

Last-Minute-Weihnachtsmarkt Kleinmachnow, 22. Dezember 2017

Motiviert vom Fürstentag, bin ich wieder dabei zu Nähen und Schmuck herzustellen. Es ist eine ganz schöne Leistung, die Warenherstellung, Verpackung, Etikettierung und die Märkte neben der Familie, dem Job und Haus und Garten zu stemmen. Aber was sollte ich aufgeben? Es ist auch eine Herausforderung und wenn es läuft, macht es eben auch richtig Spaß. Kreativ arbeiten würde ich sowieso.

Der Markt läuft deutlich besser als im Vorjahr. Es ist voll, die Stimmung ist gut und der Glühwein schmeckt. Es ist ein kleiner Markt mit vielleicht 15 Ständen. Aber alles Kunsthandwerk oder frisch gemachtes Essen. Die Bühne mit guter Musik ist wieder dabei. Man spürt hier auch das Engagement der Veranstalterin. Ich bin wieder mit meiner Schwägerin am Stand. Wir haben unsere Freude beim Verkaufen.

Im Laufe des Abends werde ich von einem Veranstalter angesprochen, ob ich Interesse an einem Markt im nächsten Jahr hätte. Yeah, muss mein Stand doch einen guten Eindruck gemacht haben.

Fazit: Manchmal ergeben sich Kontakte und Möglichkeiten von allein.

Willst du es selbst einmal versuchen?

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